Hunger!

Eigentlich wollte ich auch etwas zum Dioxinskandal schreiben und dann schaltete ich gestern Abend bei Maischberger rein. Thema: "Speck weg, Wampe weg – Gibt es die Wunderdiät?" 
Da das ein Thema ist, daß mich zwangsläufig interessiert, bin ich dort hängen geblieben. Die halbwegs interessante Gäste: Stefan Frädrich, ein Arzt, der als Ernährungscoach u.a. auch im TV unterwegs ist, Dr. Pape, der mit "Schlank im Schlaf" Millionen verdient hat, Dr. Frank, der natürlich auch ein Buch dazu geschrieben hat, sowie eine untergewichtige Dame aus der Highsociety, eine Managementtrainerin mit Übergewicht und eine Nachrichtensprecher, der mal 20 kg mehr wog.

Ich hätte mir gewünscht, daß sie auch einen "Normalo" eingeladen hätten, der keine Millionen hat, um notfalls einen Personaltrainer zu bestellen oder sich schnell einer OP zu unterziehen. Wobei sich bei der guten Societylady auch eher der Verdacht auf eine Eßstörung stellt. 
Es wäre gewesen einen Normalgewichtigen zu haben, der einem erklärt, was er so anders macht.
Da auch zwei der drei Spezialisten sich eher daneben benahmen und ihre Diäten als das einzig Wahre anpriesen, blieb im Nachhinein eigentlich nur ein schales Gefühl.

Was hilft denn nun einem? Warum sind sich immer noch nicht alle einig, was die optimale Ernährung anbelangt?

Mein Verdacht und meine langjährige Erfahrung ist, es gibt einfach nicht die Diät oder die Ernährungsweise, die für jeden gut ist. Wir Menschen sind nunmal individuell. Die einen verarbeiten Eiweiße besser, andere Kohlehydrate und wieder andere Fette. 
Die einen haben Übergewicht, weil sie eine oder mehrere Stoffwechselstörungen haben, andere wiederum haben psychische Probleme (oder eine Kombination aus beidem) Und ein gewisser Prozentsatz ißt schlichtweg zuviel, weil er es so gelernt hat. 

Ich glaube, daß größte Problem ist unser Unwissen über Ernährung und Nahrung. 
Nicht mal die Wissenschaftler sind sich einig, was ist gut, was ist schlecht. Mal werden die KH verteufelt, mal sind es die Fette. 
Das Einzige, das in den letzten Jahren klar geworden ist (aber immer noch nicht überall angekommen ist): Man muss essen! 
Unter 1400 kcal zu gehen ist für den Körper eine enorme Anstrengung und kann die inneren Organe massiv und nachhaltig schädigen. Gut ist es, sogar noch etwas höher zu gehen. Damit nimmt zwar keine 10 kg in einer Woche ab, aber es ist gesünder, schädigt den Körper nicht und minimiert das Risiko einer Fettschürze.

Obwohl es kein Geheimrezept gibt, möchte ich trotzdem noch ein paar Tips geben, was einem möglicherweise helfen kann, gesund und nachhaltig abzunehmen.

Meine Tips:

1. Geht zu einem Arzt oder Spezialisten eures Vertrauens. 

Manchmal ist Übergewicht das Resultat einer Stoffwechselstörung. Ein Spezialist kann euch dabei am besten helfen. Falls ihr einen suchen müsst, schaut euch mal auf Seiten über Schilddrüsenerkrankungen um. Hier findet man tw. auch Bewertungen der Praxen.

2. Lernen
Und zwar über Ernährung und den eigenen Körper. Was brauche ich, in welcher Zusammensetzung?
Das ist zwar erstmal viel Input, zahlt sich aber später aus. Sowohl im Gewichtsverlust, als auch im Geldbeutel. Denn wenn man erstmal begriffen hat, wie die Industrie mit uns spielt, greift man eben nicht mehr zu Fertigprodukten, sondern schnippelt sein Obst in 1,5% Naturjoghurt. Man erobert sich seinen Geschmacksinn zurück, der lange genug lahmgelegt worden ist. 
Schaut euch immer mal wieder um und sucht nach aktuellen Nahrunspyramiden. Da hat sich gerade wieder etwas geändert und die KH sind weiter nach oben gerutscht. Heißt, man sollte etwas sorgsamer mit ihnen umgehen.
Lest immer die Lebensmittellisten. Am Anfang steht immer der höchste Bestandteil, nach hinten abnehmend. Stellt Produkte, die nichts außer Zusatzstoffe und Zucker enthalten, gleich wieder zurück.


3. Kein Verzicht, aber Maßhalten
Wenn man nicht gerade aus gesundheitlichen Gründen auf irgendein Nahrungsmittel oder eine Gruppe verzichten muss, so sollte man generell erstmal auf Nichts verzichten.  
Sucht nach gesunden Alternativen, die euch schmecken. Statt Toast mal zu Vollkorntoast greifen. Statt Butter oder Margarine zu Frischkäse greifen. (Ist übrigens extremst lecker) Oder Tomatenmark als Basis. Wenns den Leberwurst ect. sein soll, keinerlei Fett runter.
Verändert den Anteil einzelner Bestandteile eures Essens. Mehr Gemüse und Eiweiß, dafür weniger Fett (aber bitte welches nehmen! Am besten die guten wie Oliven.-, Distel.- oder Rapsöl. Spielt damit, schaut was euch schmeckt) und weniger Nudeln und Ko. 
Bei Süßigkeiten aller Art reduziert diese soweit ihr könnt. Gerade am Anfang kann das sehr schwer sein. Ich habe sie gleich komplett gestrichen, dann hatte ich den Zuckerentzug nach ein paar Tagen hinter mir. Ansonsten jeden Tag etwas mehr reduzieren. Obst ist ein adäquater Ersatz und kann einem sehr gut helfen.

4. Es sich gut gehen lassen

Wenn man erstmal beim Abnehmen ist, sollte man sich nicht auch noch mit anderen Dingen kasteien. Es sollte einem immer gut dabei gehen. Schaut euch nach etwas um, was euch hilft Streß abzubauen. Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training und Meditation sind gute Mittel, um sich zu entspannen. Kurse werden auch von den Krankenkassen angeboten und gefördert. 
Ein schönes Bad, Düfte, eine Massage. Die Möglichkeiten sind unendlich und müssen auch nicht viel kosten. Eine Massage kann auch Freund oder Freundin geben. 
Für Frauen und interessierte Männer: Fragt mal in Kosmetikschulen nach, da kann man für lau Behandlungen abstauben. An irgendwem müssen die angehenden Kosmetikerinnen ja üben.
Das Gleiche gilt übrigens für Friseure. Es werden immer wieder händeringend Modelle gesucht. Einfach mal nachfragen.

5. Bewegung

Ha! da ist das böse Wort und irgendeinen Haken muss die ganze Sache ja haben. Ganz ruhig!
Mir selber fällt regelmäßige Bewegung schwer. Nicht nur der innere Schweinehund, auch meine unregelmäßigen Arbeitszeiten machen es mir schwer.
Erhöht einfach die tägliche Bewegung, die ihr sowieso macht. Auto ein paar Meter weiter abstellen, mal eine Etage laufen (wenigsten erstmal runter), einen Spaziergang bei schönem Wetter.
Wenn ihr eine Konsole habt, schafft euch ein Sport.- oder Tanzspiel an. Wir haben letztens festgestellt, da sogar singen anstrengend sein kann. 
Jeder hat etwas, daß ihm Spaß macht! Denkt drüber nach und probiert aus.

Und ein letzter Tip:
Manchmal fruchtet nichts. Scheut euch nicht, professionelle Hilfe anzunehmen und ggf. eine Therapie zu machen. Manchmal stecken einfach Probleme dahinter, die man selbst so gar nicht sieht und die tief vergraben sind. Da hilft keine Diät und das Geld ist so besser angelegt als in irgendeine nicht funktionierende Wunderdiät.


Wie gesagt: Es gibt kein Patentrezept und ich kann auch nur aus meiner Warte schreiben, aber vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen.




 
 

Kommentare

  1. Ich brauche sie zwar nicht unbedingt, aber ich finde das sind wirklich gute Tips. Vor allem den Hinweis darauf, daß bei jedem was anderes hilft, finde ich extrems sinnvoll. Sehr informativ :)

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  2. Danke schön. Dein Lob ist geht runter wie Öl.

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